You were my drug.

Menschen nehmen Drogen um ihre Sinne zu benebeln um die knallharte Realität zu verwaschen, vielleicht sogar ein bisschen zu verändern und ihre Härte ein wenig aufzuweichen. Und für den Moment ist es schön, jeden Moment wieder. Doch jedes Mal geht etwas kaputt, jedes mal macht es mehr süchtig und irgendwann hängt man davon ab um weiter bestehen zu können.

Meine Droge sind Männer, ist Sex, ist Schmusen, ist Flirten, ist Träumen, ist Nähe, das Gefühl, nicht alleine in der Welt zu stehen. Ich suche die Illusion, ich genieße sie jeden Moment. Den Gedanken, die Illusion zu verlieren, kann ich nicht ertragen. Nur die Angst davor, dass alles in Wahrheit umso schlimmer wird, je länger ich mich der Illusion hingebe bringt mich dazu, über den Entzug nachzudenken. Je länger ich die Kontrolle abgebe, desto härter ist es, sie wiederzuerlangen.

Ich muss lernen alleine zu stehen. Die Illusion zu durchschauen und loszulassen. Nur das Echte in meinem Leben zuzulassen. Das, was mir wirklich gut tut. Das, was ich wirklich will.

Weil ich schön bin. Weil ich es mir wert bin. Weil ich mich traue. Weil ich es kann.

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Ein Moment.

Es ist mitten in der Nacht. Ich bin allein und sitze am offenen Fenster. Meine Gedanken rennen, rennen, rennen. Sie drehen sich im Kreis, um alles, um das immer wieder gleiche. Sorgen. Sorgen und Angst. Ich lasse meinen Blick schweifen und fühle diese Enge in mir.

Und plötzlich ist es still. Ich höre nur noch den Wind durch die entblätterten Bäume rascheln, ab und zu ein Auto vorbei fahren. Vereinzelt laufen Menschen über die Straße. Ich schaue auf und sehe den schwarzen Himmel über den Häusern, vereinzelt ein paar Sterne. Plötzlich bin ich hier. Ich fühle mich in diesem Moment und alles ist gut. Ich bin gut. Gut genug. Alles ist genug. Ich habe genug, ich bin genug, bin schön genug. Alles ist okay wie es ist und lasse die aufkommenden Wellen der Zweifel einfach vorüberziehen, atme, höre, fühle jetzt, die Realität und die Gegenwart. Bin dankbar. Bin hier. Bin sicher. Mach die Gedanken still.

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Decisions, decisions.

Die wichtigsten Entscheidungen in meinem Leben habe ich bisher immer alleine und immer für mich getroffen. Ich wusste meistens wenn es darauf ankam was richtig und was falsch für mich war oder sein würde. Ich habe gemerkt, wenn etwas nicht mehr für mich funktioniert hat.

Es ist wieder Zeit für eine Erkenntnis bzw. die Erinnerung an Dinge, die ich manchmal vergesse.

Ich bin verantwortlich. Und ich bin frei.
Ich kann tun und lassen was ich will. Das was ich lebe ist das Resultat meiner Entscheidungen und darum eigentlich leicht zu akzeptieren – oder zu ändern.

Ich bin durch ziemlich tiefe Scheiße gegangen, die bis heute nachwirkt.
Ich hatte Zeiten der Unsicherheit und des Unglücks, doch vor dem Drama um meinen Exfreund habe ich nie mit einer solchen tiefgreifenden Unsicherheit zu kämpfen gehabt, ich hatte keine Panikattacken. Ich habe noch nie solche Schmerzen durchlitten und wurde noch nie so verletzt. Warum es alles so intensiv war, kann ich kaum erklären. Fakt ist, dass ich die Hölle durchlitten habe und die Nachbeben noch immer spüre. Ich muss das aber auch nicht rechtfertigen, nicht erklären. Es ist einfach so und ich möchte noch geduldiger mit mir sein.

…es ging mir zwischen damals und heute jedoch auch schon mal besser.
Das heißt ich weiß, was mir gut tut und was nicht, wie ich ticke. Selbstreflektion ist keine meiner Schwächen. Selbstsabotage scheinbar schon. Ich tue bewusst Sachen einfach nicht, von denen ich weiß, dass sie mir helfen würden mich stark und frei zu fühlen. Stattdessen bleibe ich gerne mal einfach im Bett liegen oder starre stundenlang ergebnislos auf einen Monitor. Ich bewege mich nicht. Ich stelle alles auf Sparflamme und komme damit nirgendwohin. Hasse mich selbst dafür, was alles noch schlimmer macht – anstatt einfach die zuvor erwähnte Verantwortung zu übernehmen.

Konsequenzen ziehen.
Warum tue ich das nicht, gerade im empfindlichen Bereich? Wenn ich merke, dass ich noch nicht wirklich auf stabilem Grund stehe, warum öffne ich mich dann wieder einem Menschen in einer Weise, die einfach nur riskant für mich ist? Ab einem gewissen Maß ist das kein Abenteuer mehr, sondern ein Spiel mit dem Feuer, das leichtsinnig und gefährlich ist.

Es ist Zeit für mich wieder ein paar wegweisende Entscheidungen zu treffen und zu wiederholen um mit Schwung weiter und wieder in die Richtige Richtung zu steuern.

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Lähmende Langeweile.

Antriebslos bewältige ich den Tag. Je weniger ich mache, zu umso weniger kann ich mich aufraffen. Ich stelle mir den Wecker um zur Vorlesung zu gehen und schalte ihn wieder aus, um weiterzuschlafen. Ich gehe ein bisschen arbeiten. Zwischendrin mache ich irgendwas zu essen. Und mache dann irgendwas anderes. Meistens am Computer. Zuletzt Serien schauen, das schaltet die Langeweile in meinem Leben ab und katapultiert mich kurz an andere Orte. Am Wochenende sehe ich Freunde, die in Wirklichkeit eher soziale Kontakte sind.

Es ist langweilig. Mein Studium interessiert mich inhaltlich als solches ungemein, doch die Veranstaltungen und das zuhause Lernen packen mich nicht. Ich fühle mich nicht anonym unter meinen Kommilitonen, aber nicht aktiv eigebunden ins Studieren als solches. Ich bin ein Beobachter. Ich kann mich nicht fachlich mitteilen, nicht diskutieren, niemand fordert mich persönlich heraus. Leise, aber spürbare Zweifel kommen auf. Vielleicht hätte ich doch an die FH gehen sollen, ein bisschen praktischer in einer kleineren Gruppe studieren.

Um mich anzutreiben für den Tag brauche ich Vorfreude auf irgendwas und sei es noch so klein, einen Grund aufzustehen. Zu Beginn war es die Hoffnung meinen jetzigen FB in der Uni zu sehen. Letztes Jahr während der Arbeit waren es bestimmte Ereignisse, Ergebnisse, Termine, die den restlichen Tag überstrahlt haben. In der Schule war es dann eins von 7 Fächern, was ich an dem Tag mochte, was mich die anderen hat akzeptieren lassen. Die Angst an dem Tag vielleicht etwas Witziges zu verpassen.

Nichts was passiert und nichts was ich mache scheint einen Unterschied zu machen. Nichts reizt mich, nichts erregt meine Vorfreude. Auch ob ich da bin oder nicht, macht keinen Unterschied. Kein Abenteuer weit und breit. Die Spannung um den FB ist auch verflogen. Ich kann alles genauso gut machen wie sein lassen. Meine Emotionen, meine Fantasie, mein Ehrgeiz, mein Witz sind unterfordert und scheinen nutzlos.

Vergeblich habe ich bisher versucht eine Gruppe ausfindig zu machen, in der ich mich engagieren kann, denn all die Themen sind mir nicht nah genug an dem, was mich beschäftigt. Und doch weiß ich, dass ich unbedingt irgendetwas finden muss, an dem mein Herz hängen darf und das mein Leben mit Sinn füllt, ein Ventil und eine Inspiration zugleich, eine Leidenschaft, denn sonst werde ich in meinem Zimmer still versacken. Etwas weckt mein Interesse, wenn ich selbst eine Rolle spielen kann und wenn etwas Potential hat, das ausgeschöpft werden muss, Raum für Wachstum. Anerkennung und das Gefühl etwas Positives zu bewirken stellen persönlichen Erfolg für mich da. Und Noten funktionieren leider nicht, sie sind zu starr und zu stumm.

God help me, es ist wirklich höchste Eisenbahn.

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Wintermelancholie.

Alles was ich will ist die Flucht zu ergreifen und der Sehnsucht und dem Fernweh nachzugeben, in Überforderung mit meinem Alltag einzuknicken und die Intensität dieses Lebens zur Unendlichkeit und in die Freiheit zu führen.

Wintermelancholie. Wo ist das Schneetreiben in dem ich mich schwindelig drehen kann, wo ist der Strand an dem ich tagelang zur Musik des Wellenrauschens entlanglaufen kann, wo ist mein Sternenhimmel, meine stundenlange Fahrt durch die Berge. Wo ist die Bettdecke, unter der ich unsichtbar werde und mich niemand finden kann. Ich will keinen Meter mehr gehen, nichts organisieren, nichts erledigen, nichts besprechen, nichts entscheiden, nichts definieren. Einfach nur so sein. Mit dir. Und in deinem Blick versinken, während die Welt still steht, so lange ich es will.

Come sail your ships around me
And burn your bridges down.
We make a little history baby
Every time you come around. [...]

We talk about it all night long
We define our moral ground.
But when I crawl into your arms
Everything comes tumbling down.

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Nachtmagie.

Alleine stehst du in diesem abgefuckten Hinterhof vor der Party und schaust mir in die Augen, während ich auf dich zulaufe. Du hast mich hier erwartet. Und ich dich. Ich strahle vor Selbstbewusstsein, ich verstehe, warum du mich so anschaust.

Und dann stehen wir voreinander. Fast sprachlos von diesem Gefühl zwischen uns, für das wir kaum Worte finden und das auch keiner bedarf. Wir fühlen es beide. Magnetisch. Die Intensität des Augenblicks macht mich schwindelig. Wir gehen ein paar Schritte in die Dunkelheit, wir berühren uns. Wir schauen uns in die Augen und versinken ineinander. Halb verwundert, halb sehnsüchtig. Was ist mit uns passiert? Ich fange an zu sprechen wie ein emotionaler Wasserfall. Von meiner Verwunderung, meiner Sehnsucht, von den Fehlern, die gemacht wurden. Ich versuche das Gefühl zwischen uns zu greifen und mein Unverständnis zu bekunden über die 2000 Dinge, die zwischen uns und diesem Gefühl stehen. Der Augenblick vibriert, in mir ein lauter Herzschlag, Glück und aufrichtiges Bedauern.

Ganz natürlich, wie selbstverständlich, und doch so vorsichtig finden sich unsere Lippen und wir küssen uns. Leidenschaftlich, sehnsüchtig, bedacht und genau so, als wollten wir nicht, dass dieser Kuss je ein Ende findet. Der schönste Kuss in meinem Leben. Perfekt.

Hilflos, im angesicht der gesamten Situation, halten wir uns fest und träumen von Zweisamkeit, die hier und jetzt und bis auf Weiteres unmöglich ist. Und irgendwann ist es vorbei. Ich falle dir um den Hals und halte meine Tränen zurück. Dann lasse ich dich los, und gehe wieder rein. Ich drehe mich noch einmal nach dir um, doch da bist du schon wieder in die Nacht verschwunden, wie du aus ihr erschienen bist.

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