Juli 19, 2010

Über Feminismus

Gerade auf Mädchenblog gefunden. Hat mich erst verwirrt, dann schockiert und jetzt macht es mich etwas ohnmächtig/regt mich auf.

Feminists do not want to see men degraded.
Feminists do not have a fixed idea of men’s „proper role“ in the family or in life.
Feminists do not want to see a Senate that’s 83% women, or a corporate leadership that’s 85% female.
Feminists do not want men to be paid less than women, or receive fewer career opportunities.
Feminists do not fetishize men’s bodies while ignoring their minds.
Feminists do not condone or excuse violence against men.
Feminists do not want men to lose their access to family planning and healthcare.
Feminists do not want to erode men’s control over their own bodies and lives.
Feminists do not want to teach young boys to be submissive and passive.
Feminists do not demand men be constantly sexually appealing and available, then shame them when they are.
Feminists do not describe men as less intelligent, or more emotional, or as somehow different from humans in their thought processes.

Feminists want to give to women, not to take from men.

(Please note that the counterpoint to all these things is „sexists,“ not „men.“)

ursprünglich: The Pervocracy: Feminism is not sexism on Opposite Day.

PS: Ich werde mich die Tage mal zu meiner derzeitigen Inaktivität äußern…

Juni 30, 2010

Mal akzeptieren.

Pick Up, all das, was mit Persönlichkeitsentwicklung bezeichnet wird, lehrt uns, die komplette Verantwortung für uns und unser Leben zu übernehmen, nicht das Opfer unserer Umstände zu sein, sondern ihr Erschaffer.

Das ist für mich absolut nachvollziehbar und ich verstehe den Gedanken dahinter. Doch heute sitze ich im Garten und lasse die Sonne auf mich strahlen, denke über das nach, was mich ärgert, was mir nicht optimal scheint. z.B dass ich mich umgeben von Menschen fühle, die ich zwar mag, aber zu denen mich Beziehungen nicht wirklich erfüllen. Ich traue mich kaum, ihre Persönlichkeiten dafür „verantwortlich“ zu machen, aber ich tue es. Auf gewissenen Ebenen sind wir einfach unkompatibel. Auf einer gewissenen Ebene erfüllen wir füreinander bloß den Zweck, nicht alleine zu sein. Wir wollen alle nehmen, geben fällt so schwer. Auf eine Weise sind wir so mit uns selbst beschäftigt, dass wir gar nicht in der Lage sind uns gegenseitig zu sehen und zu lieben, konkurrieren so sehr, dass wir uns nicht füreinander freuen können, Angst haben zu verlieren. Verschiedene Menschen, an denen ich Verschiedenes schätze und verschiedenes nicht abkann…ganz normal, aber mir so nicht genug. Bin ich Schuld?

Als ich jünger war und bevor ich die Schule zum 1. Mal und zum 2. Mal wechselte wusste ich auch, dass ich mich den Umfeldern, in denen ich mich bewegte, nie wohl fühlen würde. Es wurde dann besser…nicht weil ich mich veränderte oder meine Kommunikation, sondern weil ich das Umfeld wechselte.

Ich sehne mich nach mehr, nach tieferem, reinerem Vertrauen und gegenseitigem Verständnis. Und aufrichtiger Wertschätzung. Nach Menschen, denen ich diese aufrichtig zuteil werden lassen möchte, deren Nähe ich zulassen kann.

Ich muss lernen zu entscheiden, wann die kritische Stimme in meinem Kopf gerechtfertigt spricht und wann nicht. „Dann geh doch raus und lerne andere Menschen kennen.“ „Dann gehe anders mit ihnen um.“ „Dann erfülle dich selbst.“ „Du brauchst das nur, um deine innere Leere zu füllen.“ Blabla.

Ich bin unzufrieden und sehe momentan keinen großen Handlungsspielraum für mich. Ich werde mich zu nichts zwingen, nichts forcieren. In dieser Situation lerne ich zu akzeptieren und zu vertrauen, mir nicht dauerhaft Vorwürfe zu machen und auf meine innere Stimme zu hören, zu denken und zu fühlen:“Das hat nichts mit Schuld oder Verantwortung zu tun. Es kommen bessere Zeiten und ich werde finden, was ich suche.“

Juni 24, 2010

No more Victimhood.

Musik dröhnt. Lauter geht nicht. Mal lauter Techno, da geht der Sound ins Herz. Mal son bisschen deutsches Indiezeug, da berühren mich die Worte.

I walk alone. Ich halte mich gerade.Die Straßenlaternen leuchten mir den Weg.

Ich lerne Wut. Ich lerne „Nein!“. Imaginärer Mittelfinger. Ich spüre es in mir toben. Nichts mehr will ich.

Ich sage nein, ich wüte. Für alle, die über mich urteilen, die mich nicht verstehen, die mich übergehen, unterbrechen, unterschätzen. Für alle, die abwertend über mich reden und denken und handeln und schreiben. Für alle, die mit mir kämpfen, statt mit mir leben wollen und die, die sich über mich stellen. Für alle, die mich benutzen wollen und leer saugen, für alle, die auf mir herumtanzen, mich nicht respektieren, mich bei der Stange halten. Für die Gedanken in meinem Kopf Weiterlesen →

Juni 6, 2010

Es genügt. MIR.

Das Ausmaß meiner Außenorientierung wird mir erst nach und nach bewusst.

Ich versuche ständig anderen zu genügen. Ich versuche in manchen Situationen zu sprechen, obwohl ich mich selbst nicht danach fühle, um anderen zeigen zu können, wie gesprächig ich bin, um zu genügen, um bemerkt zu werden.

Ich lasse Dinge sein, weil ich nicht möchte, dass andere negativ über mich urteilen. Ich strebe nach Dingen, von denen ich glaube, dass andere sie von mir wollen oder erwarten.

Mir genügt es manchmal einfach NICHTS zu tun, die Seele baumeln zu lassen, meine Zeit zu verschwenden…und fühle mich trotzdem meistens schlecht dabei, weil ich denke, dass das fürandere nicht genug ist, dass ich alleine gelassen werde.

Ich mag, wie ich aussehe, für mich selbst. Ich möchte selbst kaum wirklich eine Veränderung an mir (ein bisschen mehr Gewicht vielleicht). Wenn ich in den Spiegel schaue, dann ist das genug für mich. Meine Angst und meine Zweifel kommen nicht daher, dass ich mich selbst nicht mag, sondern, dass andere es nicht tun könnten, es für sie nicht genug ist.

Und so weiter.

Ich hänge also an anderen, mehr, als ich es mir meistens eingestehe. Ich orientiere mich nach ihnen, richte mich nach ihren vermeintlichen Erwartungen und tue nicht das, was ICH will, was ICH gut finde, was sich für MICH gut und richtig anfühlt. Deswegen bin ich sehr anfällig für Kritik, kann superschlecht „Nein“ sagen, fühle mich oft schlecht mit mir selbst. Ich betrachte die Dinge nicht aus meiner Perspektive, sondern versuche die fremden Sichtweisen zu verstehen.

Aber das tut mir weh. Ich weiß, dass das nicht gut ist. Und ich höre damit auf. Das habe ich erkannt und ich habe den Verdacht, dass das ein wichtiger Schritt ist.

Juni 5, 2010

Ruhe fühlen.

Ich liege in meinem Bett, zusammengerollt, die Arme fest um meinen Körper geschlungen, verkrochen unter Decken und Kissen und fühle mich warm. Obwohl, wie meistens, verschiedene Gedanken durch meinen Kopf ziehen, spüre ich etwas Erstaunliches: Ruhe. Ja, fast Frieden.

Ein Abend ist vorbei, der spontan begonnen hat und verschiedene interessante Elemente beinhaltet hat. Unsicherheit, Verletzung, Überraschungen, Dankbarkeit, Verwunderung.

Ein Schockerlebnis. Tiefer Schmerz, Herzklopfen, alles wird eng, Tränen steigen auf…katapultiert mich direkt in eine tiefe Ruhe. Flucht. Kein Drama, keine Sehnsucht, kein Kopfkino. Einfach…sein. Akzeptieren, ja. Weiterlesen →

Juni 1, 2010

Mal wütend sein dürfen?

Ich lebe mit meiner Mutter und meiner Schwester zusammen. Sie streiten sich oft und zicken gerne herum. Ich bin die, die meistens die Klappe hält und wenn nicht, dann bin ich die erste, die man wieder zum Schweigen bringen kann. Ich werde nie laut, weil meine Wut nie auch nur in die Nähe eines Ausbruchs kommt. Ich habe für sie nie Raum bekommen und ihn mir auch nie erkämpft. Manchmal teste ich, wie es ist laut zu sein, aber das ist nie ernst, eher ängstlich und schnell erstickt. Ja, ich kann schlecht drauf sein, dann geht meine Mutter auf mich los und wirft mir meinen Sarkasmus vor und dass ich „giftig“ bin und wir streiten, aber ich bin keine Streiterin, ich mag das nicht und ich finde es sinnlos. Meine Mutter hat das Bedürfnis alles immer und überall zu klären, auszudiskutieren und ihre Gefühle darzulegen. Ja, mein Sarkasmus verletzt sie dann nämlich. Wenn ich meine Hausarbeiten nicht erledige, wird sie sauer und zickt und versucht mit allen Mitteln (Mitleid erregen, Schuldgefühle erzeugen, Taschengeld abziehen, Auto zurückhalten und was weiß ich) mich eben dazu zu bewegen. Ja, sie hat ein Bedürfnis. Und ich habe eins. Das gerät halt manchmal in einen Konflikt.

Meine Schwester lässt ihre Launen heraus, wie sie eben kommen. Und wenn sie mies drauf ist, dann kann das auf extrem provokante und/oder verletzende Weise geschehen. Ihr macht es nichts aus meine Mutter die Wände hochgehen zu lassen oder genauso laut zurück zu schreien, wie sie angeschrien wird. Ihr macht das Spaß, solche Machtkämpfe.

Ich werde nicht nur zuhause nicht wütend, sondern auch sonst nicht. Wut kommt bei mir einfach nicht vor und ich weiß, dass das ungesund ist.

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